Rheuma-Berichterstattung - Vergleich der Versorgungsverhältnisse in OWL mit anderen Regionen (länderübergreifend, europaorientiert)
Vorbemerkung
Bei der Gestaltung der gesetzlich verfassten Versorgung Rheumakranker in OWL (mit der kreisfreien Stadt Bielefeld und den Kreisen Herford, Gütersloh, Höxter, Lippe/Detmold, Minden-Lübbecke und Paderborn) wollen sich die Mitglieder des Rheumazentrums OWL mit
anderen Regionen und Ländern (auf der Ebene Europa und darüber hinaus) messen. Für dieses Benchmarking und zur vergleichbaren regionalen Berichterstattung werden Kenndaten benötigt, die von allen benutzt werden. Von Interesse sind beispielsweise folgende Vergleiche:
- sind die Morbiditätsstrukturen in den Regionen und Ländern gleich oder unterschiedlich?
- welche Ressourcen stehen regional/national bereit (Spezialsprechstunden, Budgets für Medikamente etc)?
- Versorgungserfolg - gemessen zB an erhaltener Funktionsfähigkeit im Laufe der Zeit
- Chance auf Ausbildung und Erwerbstätigkeit im Fall einer chronischen Erkrankung?
- was wird dort, wo die Situation weniger gut ist, zur Verbesserung getan?
Der Indikatorensatz zur Gesundheitsberichterstattung der Länder enthält einen 'rheumaspezifischen' Indikator, der in OWL auch zur Beschreibung der Versorgung auf Kreis- und Regionalebene herangezogen wird:
Der Länderindikator "Rheumatische Erkrankungen (Polyarthritis) L3.109 (E. Dorendorf und D. Bardehle, 2007)
Bisherige und aktuelle Methoden der Berichterstattung - Verwendbarkeit für OWL und seine Kreise
• Im 20. Jahrhundert wurde zwischen 1980 bis 1997 die Versorgungssituation Rheumakranker im Lande in mehreren Bundesrheumaberichten beschrieben. Eine Fortschreibung ist nicht vorgesehen.
• 1993 wurde im Zuge der Gründung der heute bundesweit 30 Rheumazentren
(RZ) die Kerndokumentation
zur Erfassung von Versorgungsdaten eingeführt. Sie dient heute der Forschung, wird nicht flächendeckend eingesetzt und eignet sich zur Regulierung der Versorgung im Sinne des SGB V nicht.
• Im 21. Jahrhundert erlauben neue verwaltungstechnische Möglichkeiten (EDV, ICD-Verschlüsselung) neue Formen der Vermittlung von Daten.
• Seit 2003 steht zur Berichterstattung der Versorgungssituation von Patienten mit chronischer Polyarthritis ein eigener Indikator zur Gesundheitsberichterstattung (GBE)
der Länder bereit:
L3.109 . Daten hierfür sind der Kerndokumentation der Rheumazentren zu entnehmen. Als 'mehr versorgendes und weniger forschendes' Rheumazentrum
entwickelte das Rheumazentrum OWL in Kooperation mit der KVWL alternativ zur 'großen
Kerndokumentation' der Spitzeneinrichtungen die 'kleine Kerndokumentation' zur flächendeckenden Anwendung, und führte sie im Jahre 2004 ein. Auch der 'kleinen Kerndokumentation' können alle Daten entnommen werden,
die zur Herstellung des Länderindikators L3.109 benötigt werden. So kann in diesem Punkt eine regionale Berichterstattung für OWL von Jahr zu Jahr fortgeschrieben werden.
• Stand 2007: Gesundheitsberichterstattung ist Sache der Länder. Nur ausgesuchte Themen werden länderübergreifend zusammengestellt (Robert-Koch-Institut Berlin). 'Rheuma' wird derzeit nicht behandelt. Viele Daten sind den Veröffentlichungen des Bundesamtes für Statistik zu entnehmen.
Fortlaufende länderübergreifende Übersicht - die Rolle des Rheumazentrums OWL
Aus dem Anspruch, die regionale Versorgung mit anderen Regionen zu messen, ergab sich für das Rheumazentrum OWL die Herausforderung, vergleichbare Daten zu beschaffen.
Mit dieser Herausforderung befasst sich das Rheumazentrum OWL in Kooperation mit der AG 3 (Epidemiologie und International Public Health) der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld und daraus entstandenen
Kontakten zum
Landesinstitut für den öffentlichen Gesundheitsdienst NRW seit 1998 intensiv. Was in OWL erarbeitet wurde und wird, wurde und wird über die Vernetzungen der rheumatologischen Qualitätzirkel und der Regionalen kooperativen Rheumazentren bundesweit weitergetragen. Einige Beispiele:
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Gesundheitsindikatoren und Rheumaversorgung in OWL (Bardehle, Scharlach 01-2006)
• Zur Frage, wie eine künftige fortlaufende Berichterstattung aussehen könnte, wurde auf Initiative und mit Unterstützung der AG ambulante Versorgung in der AG Schwerpunktpraxen des BDRh ein Entwurf erstellt:
Rheumatische Erkrankungen in Deutschland im 21. Jahrhundert - Entwurf einer fortführbaren länderübergreifenden regionalen
Berichterstattung am Beispiel OWL/NRW (Bonnemann, Scharlach 11-2006)
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Etablierung einer Datenbasis für eine bedarfsgerechte Versorgung (Bardehle, Scharlach 11-2006)
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