Rheumabegriff
Der unscharfe Begriff 'Rheuma' dient umgangssprachlich der Beschreibung von Beschwerden im Bereich von Knochen, Gelenken, Muskeln und damit verbundenen Körpergeweben. Grob wird zwischen
entzündlichen und nichtentzündlichen rheumatischen Erkrankungen unterschieden.
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Entzündlich rheumatische Erkrankungen sind chronisch verlaufende Systemerkrankungen. Sie betreffen in unterschiedlichsten Ausprägungen Gelenke direkt (Arthritis), Sehnenscheiden (Sehnenscheidenentzündung), Sehnenansätze (Enthesitis), Gefäße (Vaskulitis) und verschiedene Bindegewebe, und können sich an vielen Organen manifestieren. Wie alle Erkrankungen sind auch die entzündlichen Rheumaerkrankungen ICD-codiert.
Formen entzündlicher Rheumaerkrankungen, die sich vorwiegend im Bereich der peripheren Gelenke manifestieren finden sich unter MO, entzündliches Wirbelsäulenrheuma unter M45-46,
Kollagenosen und Vaskulitiden unter M3. Unter M0 und M3 sind zahlreiche Einzel-Diagnosen abgelegt.
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Nicht entzündliche Rheumabeschwerden sind auf degenerative Prozesse, lokale Gewebereaktionen auf mechanische Einwirkungen oder
Stoffwechselstörungen zurückzuführen. Nicht entzündliche Rheumaerkrankungen kommen sehr viel häufiger vor als entzündliche. Nicht entzündliche Rheumaerkrankungen finden sich in den Kapiteln M1, M2, M5, M6 und weiteren ICD-Kapiteln.
So unterschiedlich wie die Ursachen sind die Versorgungsanforderungen und -zuständigkeiten bei verschiedenen Rheumaerkrankungen. Zur besseren Verständlichkeit stehen heute international lesbare Diagnose-Codierungen zur Verfügung
(ICD10).
Gemeinsamer Rheumabegriff der Dt. Rheuma-Liga, der Arbeitsgemeinschaft der Rheumazentren, des Kompetenznetzes Rheuma und des Berufsverbandes der Rheumatologen (Stand 05.04.2006)
Memorandum der Dt. Gesellschaft für Rheumatologie - Grundzüge einer wohnohrtnahen kontinuierlichen und kooperativen Versorgung von chronisch Rheumakranken in der Bundesrepublik Deutschland (Z. Rheumatol. 53: 113-134 (1994), Steinkopff Verlag:
Hiernach umfasst die rheumatologische Versorgung entzündliche Gelenkerkrankungen, chronifizierende Spondylarthropathien, Kollagenosen, polyartikuläre (sekundäre) Arthrosen und invalidisierende generalisierte Schmerzsyndromen, zu denen auch Fibromyalgie gezählt wird.
Um diese Liste praktischen Überlegungen zugänglich zu machen, sollte hier eine ICD-Codierung erfolgen.